Planung des Projektes

Die Planung eines neuen Projektes beginnt immer mit der Recherche. Hochauflösende Bilder sind für mich die beste Basis, um einen geplanten Betriebszustand zu realisieren. Idealerweise macht man die Bilder selbst, denn so kann man die entsprechenden Partien detailliert Fotografieren. Weiter sind natürlich das Internet, Modellbahnclubs und Trainspotter gute Quellen. Gute Bilder der Dachpartien und der Führerstände (insbesondere Rück- und Seitenwände) sind oftmals schwer zu finden.

Start

28.11.2020
Das Gehäuse der Vectron wird komplett auseinandergenommen und die Einzelteile sorgfältig aufbewahrt. Dringend empfehle ich, vor dem Ausbau das Modell detailliert zu fotografieren, damit beim späteren Zusammenbau alles wieder den vorgesehenen Platz findet (hier spreche ich aus Erfahrung :-)).
Dauer: 1 Std. 45 min.

Einzelne Imitate von Leitungen auf dem Dach werden vorsichtig mit einem scharfen Skalpell entfernt, um später durch "echte" Leitungen ersetzt zu werden (trial and error Prinzip). Da ich dies noch nie gemacht habe, bin ich gespannt auf's Ergebnis...

Die Lüftungsgitter werden farblich vom Rest der Dachpartie abgehoben, um einerseits näher ans Vorbild zu kommen und andererseits um die Details hervorzuheben. Es werden aber noch einige Schrite dazukommen...

Mit einem schwarzen Washing werden nun die ersten Vertiefungen (hier mal eine Führerstandstüre) akzentuiert. Durch das Washing bekommt die Lok mehr Tiefe. Überstehende Restfarbe werde ich ganz einfach mit etwas Wasser und Pinsel entfernen....
Dauer dieser drei Arbeitsschritte: 4 Std. 25 min.

FührerStand

Beim Führerstand war mir alles ein wenig zu einfach. Deshalb habe ich versucht, einige Highlights zu setzen, sowie den Innenraum im Führerstandgrau zu bemalen.
Dauer: 6 Stunden

Front & Zurüstteile

An einer Front habe ich alle Schläuche sowie eine bewegliche Kupplungsatrappe montiert und mit diversen Farben aufgepeppt. Zusätzlich wurden alle Zurüstteile montiert und im Bereich des Fahrwerks mit einem ersten Washing überzogen.
Dauer: 6 Stunden 30 Minuten

Fahrwerk

Das gesamte Fahrwerk erhielt erste Konturen durch mehrere Schichten Washing (vor allem Schwarz). Dadurch werden die Tiefen der vielen Teile hervorgehoben und man erkennt die Details besser. Zusätzlich habe ich alle Trittbretter/Stufen mit einem Gemisch aus Alufarbe und mattem Klarlack bemalt, nach dem Trocknen mit schwarzem Washing die Tiefen verstärkt.
Dauer: 1 Stunde 15 Minuten

Dach, leitungen und panhos

Eine meiner absoluten Lieblingsarbeiten ist bei jeder Lok die Dachpartie. Da bei der Modelleisenbahn der Blick oft von oben auf das Modell fällt, finde ich persönlich, dass dies fast der wichtigste Teil der Alterung ist. 

 

Da die Lok nur dezente Betriebsspuren erhalten soll, versuche ich einmal auf die Airbrush zu verzichten, und mich lediglich mit Pigmenten und Washings ans Ergebnis heranzutasten. Dies bringt deutlich mehr Aufwand mit sich, aber so kann ich viel exakter arbeiten und auch kleinste Nuancen hervorheben. Wichtig dabei ist: nach dem matten Klarlack verlieren die Pigmente an Kraft. Deshalb wiederhole ich diese Schritte mehrfach.


Viel Aufmerksamkeit schenke ich den Dachleitungen und Panhos. Die Leitungen sind alle von Hand bemalt, mit Pigmenten behandelt und mit mattem Klarlack versiegelt. Die Panthos habe ich dann doch mit der Airbrush verschmutzt, da mir die von Hand bemalten Panthos nie gefielen.
Nach dem Anbringen auf dem Dach, werden alle Stellen nochmals punktuell mit Pigmenten bearbeitet, um einen fliessenden Übergang zum Dach zu erhalten. Diese Arbeiten sind noch nicht abgeschlossen, aber nachfolgend schon mal ein paar Eindrücke....
Dauer bis hierhin: 10 Stunden

Die "hochzeit"

Bei diesem Projekt habe ich das Gehäuse ganz bewusst erst als letzten Schritt in Angriff genommen, um die Wirkung immer wieder in zusammen gebautem Zustand zu prüfen. Die Seitenwände habe ich in vielen kleinen Etappen mit Pigmenten bearbeitet, um mehrschichtige Ablagerungen zu kreieren. Da alles sehr dezent wirken soll, war dies eine grosse Herausforderung, denn es ist immer schnell zu viel Farbe oder Pigment aufgetragen...
Insgesamt bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden, denn je nach Lichtverhältnis wirken die gealterten Stellen mehr oder weniger - genau wie dies auch beim Vorbild der Fall ist.

Die Stirnseiten wurden nur mit Pigmenten und einigen Spritzern Washing bearbeitet. Die Wirkung zeigte sich dann sehr gut durch aufbringen des matten Klarlack per Airbrush.
Die Puffer wurden erst mit seidenmattem Klarlack betupft und anschliessend mit Pigmenten "gefüllt" - so entsteht auch der dreidimensionale Look von abgelagertem Dreck (im Verhältnis ist diese Schickt zu dick, aber mir gefällt es so, weshalb ich es auch so belasse).

Aufwand: 4 Stunden und 30 Minuten

Nun fehlen nur noch die abgeschnippelten Dachleitungen - da bin ich noch auf der Suche nach der besten Lösung....